Dienstag, 25. Oktober 2011

Krisensalat

Man nehme ein über Jahrzehnte ordentlich hochgepeitschtes Wirtschaftswachstum mit stetig wachsenden Renditen für die Investoren, eine gute Brise Globalisierungspolitik inklusive natürlich der raschen weil zumindest erstmal gewinnbringenden Öffnung der Märkte mit einer zyklischen Anwendung und Wiederabschaffung von Regelungen, je nachdem wie lange man sich an die Fehler in der Vergangenheit erinnern mag oder als Regierungspartei gerade einen Wahlkampfschub braucht. Darüber hinaus benötigt man zunehmend komplizierte und unüberschaubare Finanzprodukte, die geldgeilen Bank- und Börsenfuzzis weitere, eigentlich unmögliche Gewinne versprechen und erst durch die enthebelten Regelwerke möglich werden.

Bildquelle
In einer großen Schüssel wird diese im Kern unkontrollierte Entwicklung der globalen Finanzwirtschaft durchmischt mit kurzsichtig angelegter, von geltungssüchtigen Politikern gemachter und einem Kindergartenalltag nicht unähnlicher Nationalpolitik auf allen Kontinenten. Das Ganze garniert man mit ein paar Brisen kunstvoll verschleierten Staatsschulden hier und da und ein paar Spekulationsgeschäften auf Kosten der glücklicherweise dümmlichen weil von märchenhaft hohen Renditeerwartungen geblendeten Kleinanlegern.

Et voilá, fertig ist eine schmackhafte globale Finanzkrise mit einem bitteren Abgang für die Steuerzahler und einem honigsüßen Finish für die Börsen und Banken, die weiter fröhlich Milliardengewinne verzeichnen und mit Provisionen und Dividenden nur so um sich werfen, während einfache Bürger, klein- und mittelständische Unternehmen und gar ganze Staaten dabei pleite gehen.

Zu diesem Gericht empfehle ich durch unsinnige Generalstreiks verfaulte griechische Oliven, einen italienischen Rotwein, dekantiert von Berlusconi in seinem Partydress höchstpersönlich, und feurige spanische Tapas, serviert von einem arbeitslosen Jugendlichen. 
Ich wünsche einen guten Appetit!

Kommentare:

  1. und jetzt hab ich doch glatt appetit auf den rotwein bekommen. und ich möchte bitte einen post über das occupy movement. ich habe es mir von fachmännern erklären lassen und bin dafür und trotz allem skeptisch. warum bloß?

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  2. ja, warum eigentlich? der themenwunsch ist notiert. ich muss erstmal über den aspekt skepsis nachdenken. hmmmm, interessant.

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